Statistiken des Jahres 2017

Dez
27
2017

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Vieles hat sich im Bereich Jugendschach ereignet. Wir blicken auf das Jahr zurück und stöbern ein wenig in MTSJ-Statistiken, die wir zum Jahresende aktualisiert haben.

Mitglieder – Schach bleibt im Trend

Bei der letzten Erhebung im Herbst stellte sich ein deutlicher Aufwärtstrend in den Mitgliederstatistiken heraus. Dieser Trend konnte im Winter bestätigt werden: Erneut konnten einige Hundert neue Mitglieder in deutschen Schachvereinen begrüßt werden. In der Herbst- und Winterzeit ist dies ein Stückweit normal, aber dennoch erfreulich.

Auch im Bezirk Main-Taunus ging es bezüglich Mitgliedern nach vorne. Konnten wir am Jahresanfang noch 352 U20-Jugendliche vermelden, so sind wir nun bei 403 U18-Mitgliedern (Zur Erinnerung: Auf der letzten Jahreshauptversammlung wurde das Höchstalter der Jugendlichen von 20 auf 18 herabgesetzt). Der aktuelle Mädchenanteil liegt bei 17,9%.

Die Anzahl der Mitglieder im zeitlichen Verlauf

Damit sind wir in Hessen der Bezirk mit den meisten U18-Jugendlichen (der blaue Balken repräsentiert jeweils die MTSJ):

Anzahl der Jugendlichen in Hessen

Auch wenn man DWZ-lose Spieler ausklammert und nur Spieler mit einer DWZ von mindestens 1000 berücksichtigt, hat die MTSJ die meisten Jugendlichen:

Anzahl der Jugendlichen in Hessen mit mindestens einer DWZ von 1000

Was die Spitze anbelangt, so sind andere Bezirke (allen voran der Bezirk Starkenburg) uns voraus. Zwar hat die MTSJ den Internationalen Meister Thore Perske in ihren Reihen, der in der 1.Bundesliga für den SV Hofheim für Furore sorgt (z.B. durch einen Sieg gegen die Nummer 23 der Weltranglliste, Maxim Matlakov. Wer mag, kann die Partie mit der von Eric Hansen gegen Yuri Gonzalez Vidal bei der Schacholympiade 2016 vergleichen). Außer ihm fehlen uns im Moment indes die Spitzenspieler, was sich u.a. bei den Hessischen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften immer wieder beobachten lässt.

DWZ-Durchschnitt der TOP 10

Diese Statistiken können im Hessenweiten Vergleich genauer unter die Lupe genommen werden.

Bewegung auch innerhalb des Bezirks

Innerhalb des Bezirks haben sich die Größenverhältnisse verändert. Insbesondere möchte ich 3 Vereine nennen, die in diesem Jahr viele Mitglieder gewinnen konnten. Der SV Griesheim hat in diesem Jahr die Jugendarbeit noch einmal intensiviert. Sie sind nun der MTSJ-Verein mit den meisten Jugendlichen (insgesamt 65), dazu kommen noch etliche Schüler aus verschiedenen Schach-AGs. Verantworlich für den Erfolg sind die beiden Jugendleiter, die unermüdlich die Jugendarbeit verrichten: Ralph Blum und Thomas Koch.

Der SV Rüsselsheim war der Aufsteiger des Jahres 2016, und in diesem Jahr haben sie den positiven Trend ausbauen können. Mit inzwischen 17 Jugendlichen haben sie eine recht große Jugendgruppe aufgebaut. Auf Turnieren sind immer wieder Spieler aus der Opel-Stadt zu finden. Vor 2 Jahren hatte der Verein gerade einmal 4 Jugendliche. Jugendleiter des SV Rüsselsheim ist Jens Gerbig.

Dem dritten Verein hätten viele den Auschwung nicht zugetraut: Die Rede ist von den Sfr. Mörfelden-Walldorf. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte mit Schulschach. Schachfreund Leander Lehnert hat an Schulen in Mörfelden, Langen und Dreieich Schach-AGs angeboten und hat nach einer Weile auch an den Schulschach-Wettbewerben der Hessischen Schachjugend teilgenommen. Und zwar so erfolgreich, dass er in der WK M in diesem Jahr Hessenmeister wurde. Viele der Jugendlichen spielen nun auch im Verein, so dass das Durchschnittsalter im Verein von ca. 60 Jahren auf unter 40 Jahren sank:

 Jugendliche + Altersdurchschnitt

Die Entwicklung der jugendlichen Mitglieder kann man in dem folgenden, etwas wuseligem Bild ablesen. Der aktuelle Stand ist in dem Tortendiagramm festgehalten:

Die Anzahl der Jugendlichen als Line-Chart

Die Anzahl der Jugendlichen als Pie-Chart

Ebenfalls ganz interessant ist die Aufschlüsselung nach Alter. Wie man erkennen kann, funktioniert Schach als Hobby super – bis zum 13. Lebensjahr. Danach brechen die Mitgliederzahlen ein. Wer also nachhaltige Jugendarbeit betreiben will, sollte sich um die 12-13-Jährigen kümmern und ihnen eine Perspektive bieten. Diese Statistiken können genauer betrachtet werden auf der Seite Statistiken - Bezirk.

Altersquerschnitt der MTSJ-Jugendlichen

Clubvergleich - Wer macht gute Jugendarbeit?

Zu guter Letzt schauen wir uns verschiedene Indikationen an, um Erfolg in der Jugendarbeit zu "messen". Jede für sich ist aussagekräftig, aber keine von ihnen ist allumfassend richtig. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, wie ernst er diese Zahlen nimmt.

Um im Alexander Matzies Index vorne dabei zu sein, benötigt man gute Spieler und möglichst viele Spieler mit DWZ. In diesem Jahr können 2 Vereine herausstechen: Der SC Bad Soden und der SV Hofheim.

Alexander Matzies Index 2017

Der Frank Staiger Index zählt die gewonnenen Titel auf Bezirksebene in den letzten 3 Jahren. Auch hier gibt es 2 erfolgreiche Vereine: Die Sfr. Kelkheim und der SC Frankfurt-West.

Frank Staiger Index 2017

Der Hans Walter Schmitt Index zählt alle DWZ-Punkte der Jugendlichen zusammen. Am leichtesten erreicht man Punkte durch eine breite Jugendarbeit. Klarer Spitzenreiter in dieser Kategorie ist der SC Bad Soden vor dem SV Hofheim.

Hans Walter Schmitt Index 2017

Einen genaueren Blick auf die Zahlen werfen kann man auf der Seite Clubvergleich.

Fazit

Die MTSJ kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Turniere der MTSJ, besonders die Bezirksmeisterschaften in Hattersheim, waren gut besucht. Viele Vereine sind an Schulen präsent und engagieren sich für das Schachspiel. Das MTSJ-Kadertraining und die Betreuung der Spieler bei der HJEM sind sehr gut angenommen worden. Alles in allem kann die MTSJ ein positives Fazit ziehen, und wir wünschen uns für das kommende Jahr eine ähnlich gute Entwicklung. Immerhin gibt es im Weltschach einige wichtige Ereignisse, die zusätzlich Rückenwind verleihen sollten: Das Kandidaten-Turnier im März in Berlin, bei dem der Herausforderer der Schach-Weltmeisterschaft ausgespielt wird, sowie die Weltmeisterschaft im Herbst zwischen Magnus Carlsen und dem Sieger des Kandidaten-Turniers.